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Musik Baur bietet Bösendorfer und Klavierbau Klavierstimmen Silentpianos, Intonation und Klavierklang vom Fachmann

Hammer und Intonation

Gut zu wissen: Der Klavierklang wird hergestellt!

Ein Klavierbauer kann durch bearbeiten des Hammerkopfes viel mehr erreichen, als man annimmt und als viele KlavierlehrerInnen wissen oder erlebt haben.

Grundsätzlich spielen vier Faktoren eine wichtige Rolle: 1. die Form, 2. das Aufpassen, 3. die Oberfläche und 4. die Härte des Filzes.

1. Die Form des Hammerkopfes bestimmt den Charakter des Klanges. Ein schlanker Hammer bringt einen dünneren Klang als ein dicker. Spielt der Hammer genau auf dem Scheitelpunkt? Dies ist oftmals bei einseitig befilzten Hammerköpfen nicht der Fall. Der Klang wirkt durchsichtig und kraftlos. Ein spitziger Hammer spricht wesentlich spritziger an, als einer mit einer dicken Schulter, der viel Kraft kostet, bis sich der Klang heller färbt. Durch das Einspielen des Filzes wird der Klang zunehmend auf den Hammerschultern erzeugt. Der Klang wirkt undefiniert und nicht klar, unter Umständen sehr aggressiv. Klangliche Differenzen am Übergang können oft durch die Änderung der Form behoben werden.

2. Das Aufpassen wirkt sich stark auf die Gleichmässigkeit des Charakters aus. Es ist entscheidend, dass alle drei Saiten eines Chores exakt miteinander angeschlagen werden, bzw. miteinander schwingen. Wenn die Saiten nicht gleichzeitig angeregt werden, klingt der Ton durch die Phasenverschiebung der Schwingungen wie verstimmt. Beim Stimmen wirkt sich das schlechte Aufpassen deshalb massiv erschwerend aus, da dieser Ton vom Charakter her nie rein klingt. Im Diskant klingen schlecht aufgepasste Hämmer völlig kraftlos.

3. Nur eine glatte, rundgefeilte Oberfläche am Scheitel (Anschlagspunkt) ergibt einen perfekten, runden, summenden und doch warmen Klang. Noch wichtiger ist aber, dass mit der perfekt gefeilten Rundung die Verbindlichkeit des Spielgefühls wesentlich gesteigert wird. Zudem entwickelt sich die Klangveränderung durch das Einspielen gleichmässig und die Intonation hält länger.

4. Durch das Stechen in die verschiedenen Partien des Hammerkopfes wird folgendes erreicht: Der Klang kann durch stechen in die Schultern und Flanken in der Lautstärke zurückgenommen werden. Durch viele Stiche in die Schultern (z.B. 60 Stiche hinten und vorne) entstehen federnde Zonen, was dem Spieler das Gefühl, bzw. die Möglichkeit verleiht, den Klang formen zu können. Durch dieses Stechen werden die Schultern höher und der Hammerkopf wird runder (weniger spitzig), was sich durch den weicheren Filz, aber auch die veränderte Form auf den Klang auswirkt. Grundsätzlich werden also u.U. Punkt 1-3 wieder verändert!

Eine gute Intonation neuer Hämmer braucht deshalb viele Stunden. (Bei Bösendorfer werden mit einer Stimmung zusammen dafür 11 - 15 Std. verwendet!) Das Ziel ist es, einen schönen Klang mit über das ganze Instrument ausgeglichenen Lautstärken in den verschiedenen Anschlagsarten und Charakterentwicklung zu erhalten. Eine gute Intonation erhält man meistens nicht in einem einzigen Arbeitsgang. Es empfiehlt sich beim Intonieren häufig die Lagen zu wechseln und das Instrument vielleicht nach ein paar Stunden Pause, wenn Ohren und Hände wieder "neutralisiert" sind, komplett neu zu beurteilen. Schlussendlich werden die Unebenheiten immer geringer. Es empfiehlt sich sogar, die letzten Details erst im definitiv eingerichteten Raum einzustellen, da jedes Klavier und jeder Flügel nach einem Standortwechsel wieder anders klingt.

Jahrzehnte lange Erfahrung, ein sicheres Spielgefühl, Klangvorstellung und genauestes Arbeiten sind Eigenschaften, die Ihnen Walter Baur und Markus Jegen gerne zur Verfügung stellen.




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19.05.2012 - 01:10 / Login